Aktuelle Termine
08.Januar – 12.Dezember 2026
Dauerausstellung:
Museum des Kapitalismus
ÖFFNUNGSZEITEN:
Donnerstags 17-19h
Samstags 14-18h
21.Februar 2026, 19h
Buchvorstellung:
Cornelius Castoriadis, Die bürokratische Gesellschaft
Cornelius Castoriadis (1922-1997), in Athen aufgewachsener, seit 1945 in Paris lebender politischer Theoretiker, Aktivist, Philosoph, Psychoanalytiker, Ökonom, war Mitbegründer der Zeitschrift und gleichnamigen politischen Gruppe „Socialisme ou Barbarie“ (1948-1967). Mit dieser Gruppe entwickelte er eine radikale Kritik der westlichen wie östlichen Gesellschaftssysteme sowie der traditionellen Arbeiterbewegung. Er formulierte Grundzüge einer auf der Idee der Selbstverwaltung und der Rätedemokratie beruhenden gesellschaftlichen Alternative. Diese Grundzüge arbeitete Castoriadis später beharrlich im Sinne einer Kritik am herrschenden kapitalistischen Projekt weiter aus und entwickelte einen gegen das kapitalistische Projekt opponierenden Alternativentwurf kollektiver wie auch individueller Autonomie. Dabei spielte die intensive Auseinandersetzung mit dem – in Castoriadis‘ Lesart – bürokratischen Kapitalismus der UdSSR immer eine zentrale Rolle.
Das von Michael Halfbrodt und Harald Wolf vor nunmehr 20 Jahren auf den Weg gebrachte Editionsprojekt Cornelius Castoriadis: Ausgewählte Schriften geht mit dem voluminösen zehnten Band Die bürokratische Gesellschaft, der bei dieser Veranstaltung vorgestellt wird, in eine neue Runde. Das Buch bietet dreierlei: eine theoretisch angeleitete, materialreiche Chronik des gesellschaftlichen Regimes Russlands von 1917 bis 1990 in revolutionärer Absicht, Antworten auf die Fragen: »Was war die UdSSR?« und »Was ist der bürokratische Kapitalismus?« und außerdem viel Erhellendes über Entstehung und Entwicklung des Castoriadis’schen Theorieentwurfs selbst.
Harald Wolf, Göttinger Soziologe, wird den Band vorstellen und auch die Aktualität des – zunächst womöglich anachronistisch klingenden – Konzeptes des bürokratischen Kapitalismus deutlich zu machen versuchen. Dabei wird genügend Zeit sein, nachzufragen, nachzuhaken und kritisch zu intervenieren.
16.April 2026, 19h
Buchvorstellung:
Mosaik der Resilienzen
Diaspora Gespräche über Mental Health, Visionen und Widerstand
Zehn Menschen aus Berlin – zehn Lebensentwürfe der Diaspora – zehn Gespräche: über psychische Krisen und Diagnosen; über gesellschaftliche Diskriminierung und kapitalistische Zumutungen; über das Ringen in einem Gesundheitssystem, das geprägt ist von kulturellen Normen und strukturellen Ausschlüssen – und über Kraftquellen, Aktivismus und Widerstand. In Mosaik der Resilienzen verbinden sich persönliche Geschichten mit gesellschaftspolitischen Reflexionen über psychische Belastungen, Lebensbrüche und Traumata. Was daraus erwächst, sind Visionen einer Gesellschaft, in der mentales und körperliches Wohlbefinden nicht im Privaten bleibt, sondern kollektive Sorge wird. Zu Gesprächsmontagen arrangiert, von Illustrationen begleitet und ergänzt mit poetischen und aktivistischen Textfragmenten, entfalten sich die Stimmen der Erzähler*innen zu einem mehrstimmigen, ver_rückendem Nachdenken über Mental Health, Resilienz, und über Möglichkeiten von Selbstsorge jenseits neoliberaler Selbstoptimierung.
Öffnungszeiten
Donnerstag & Samstag
17h – 19h & 14h – 18h
Kontakt, Workshops & Raumvermietung
Adresse
Köpenicker Str. 172
10997 Berlin
kontakt (at) museumdeskapitalismus.de