wichtiger hinweis:
das MUSEUM BLEIBT AM SAMSTAG DEN 10.1. GESCHLOSSEN!
Aktuelle Termine
08.Januar – 12.Dezember 2026
Daueraustellung:
Museum des Kapitalismus
ÖFFNUNGSZEITEN:
Donnerstags 17-19h
Samstags 14-18h
31.Januar 2026, 19h
Buchvorstellung:
Alles mus man selber machen
»Alles muss man selber machen« ist ein Buch über Menschen, die sagen: So kann es nicht weitergehen – wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand. Ob in den Straßen von Paris 1871, den Fabriken Petrograds 1917, den Städten und Dörfern Nordsyriens oder im Urwald von Chiapas – überall entstanden im Zuge von sozialen Konflikten und Aufständen Räte: Selbstorganisierte Zusammenschlüsse in allen gesellschaftlichen Bereichen, die nicht nur protestieren, sondern beginnen, das gesamte Leben neu zu gestalten.
Christopher Wimmer erzählt in lebendigen Szenen, wie solche Bewegungen entstehen, wie sie funktionieren – und woran sie oft auch scheitern. Er zeigt an unterschiedlichen historischen Beispielen, wie Menschen Schulen und Krankenhäuser selbst verwalten, wie sie Entscheidungen im Kollektiv treffen, Güter verteilen, Streit schlichten, sich verteidigen – ohne zentrale Regierung oder Staat. Dieses Buch bringt Geschichte zum Sprechen: mit Geschichten von Mut, Hoffnung, aber auch Niederlagen. Es fragt, was wir von den Rätebewegungen vergangener und heutiger Tage lernen können – für eine selbstverwaltete und demokratische Gesellschaft, die nicht nur auf dem Papier steht, sondern im Alltag gelebt wird.
21.Februar 2026, 19h
Buchvorstellung:
Cornelius Castoriadis, Die bürokratische Gesellschaft
Cornelius Castoriadis (1922-1997), in Athen aufgewachsener, seit 1945 in Paris lebender politischer Theoretiker, Aktivist, Philosoph, Psychoanalytiker, Ökonom, war Mitbegründer der Zeitschrift und gleichnamigen politischen Gruppe „Socialisme ou Barbarie“ (1948-1967). Mit dieser Gruppe entwickelte er eine radikale Kritik der westlichen wie östlichen Gesellschaftssysteme sowie der traditionellen Arbeiterbewegung. Er formulierte Grundzüge einer auf der Idee der Selbstverwaltung und der Rätedemokratie beruhenden gesellschaftlichen Alternative. Diese Grundzüge arbeitete Castoriadis später beharrlich im Sinne einer Kritik am herrschenden kapitalistischen Projekt weiter aus und entwickelte eine gegen das kapitalistische Projekt opponierenden Alternativentwurf kollektiver wie auch individueller Autonomie. Dabei spielte die intensive Auseinandersetzung mit dem – in Castoriadis‘ Lesart – bürokratischen Kapitalismus der UdSSR immer eine zentrale Rolle.
Das von Michael Halfbrodt und Harald Wolf vor nunmehr 20 Jahren auf den Weg gebrachte Editionsprojekt Cornelius Castoriadis: Ausgewählte Schriften geht mit dem voluminösen zehnten Band Die bürokratische Gesellschaft, der bei dieser Veranstaltung vorgestellt wird, in eine neue Runde. Das Buch bietet dreierlei: eine theoretisch angeleitete, materialreiche Chronik des gesellschaftlichen Regimes Russlands von 1917 bis 1990 in revolutionärer Absicht, Antworten auf die Fragen: »Was war die UdSSR?« und »Was ist der bürokratische Kapitalismus?« und außerdem viel Erhellendes über Entstehung und Entwicklung des Castoriadis’schen Theorieentwurfs selbst.
Harald Wolf, Göttinger Soziologe, wird den Band vorstellen und auch die Aktualität des – zunächst womöglich anachronistisch klingenden – Konzeptes des bürokratischen Kapitalismus deutlich zu machen versuchen. Dabei wird genügend Zeit sein, nachzufragen, nachzuhaken und kritisch zu intervenieren.
Öffnungszeiten
Donnerstag & Samstag
17h – 19h & 14h – 18h
Kontakt, Workshops & Raumvermietung
Adresse
Köpenicker Str. 172
10997 Berlin
kontakt (at) museumdeskapitalismus.de